Kommentar zur weltweiten Christenverfolgung, von Dr. Hugh Bronson, 12. April 2021

Guten Tag,

Weltweit werden Christen rigoros verfolgt. Im 21. Jahrhundert ist keine andere Religionsgemeinschaft so sehr der Verfolgung ausgesetzt wie die Christenheit. Neben den politischen Stigmatisierungen christlicher Gläubiger im atheistischen Sozialismus, wie er in Nordkorea oder China praktiziert wird, fallen besonders die blutigen Übergriffe auf Christen in islamischen Ländern auf. Dazu zählen nicht nur die Morde an koptischen Christen wie in Ägypten oder die jüngsten Attacken islamistischer Terrormilizen in Äthiopien, Mosambik und Kenia. Regelmäßig in den Schlagzeilen sind auch die islamistische Boko Haram, die im Norden Nigerias und den Anrainerstaaten brutal gegen Andersgläubige vorgeht, und der  andauernde IS-Terror gegen Christen in Syrien und im Irak. Weniger spektakulär, aber langfristig ebenso folgenreich, ist auch die Bannung christlichen Lebens in relativ stabilen Staaten wie der Türkei oder Pakistan. Versuchen Sie mal, in der Türkei eine Kirche zu bauen!

Unterdrückung

So beschloss das oberste Verwaltungsgericht der Türkei im Juli 2020, die Hagia Sophia ( = heilige Sophie), das ehemals größte christliche Gotteshaus der oströmischen Kirche, in eine Moschee zu verwandeln. Trotz scharfer Proteste seitens UNESCO sowie den Patriarchen der orthodoxen Kirchen und den Außenministerien Russlands, Zyperns, Griechenlands und weiterer Staaten half alles Grollen nichts: Erdogan schuf unmittelbar nach der prognostizierten Gerichtsentscheidung Fakten. Per Dekret übertrug er die zuletzt als Museum genutzte, ehrwürdige Hagia Sophia seiner Religionsbehörde, die zum 24. Juli 2020 erste muslimische Gebete abhalten ließ. Für die AKP, Erdogans Regierungspartei, zählen christliche Kirchen generell zur Eroberungsmasse des osmanisch-islamischen Reiches. Schon davor klagten Christen über Behinderungen und Anfeindungen in der AKP-Türkei. In Erdogans Proto-Kalifat sind alle Christen seiner Präsidial-Theokratie unterworfen. 

Unterwerfung

Kürzlich tagten die EU-Spitzen mit dem türkischen Präsidenten. Weder die desavouierte EU-Kommissionspräsidentin v. d. Leyen oder der EU-Ratspräsident Michel, beide immerhin Vertreter des größten christlichen Staatenbundes, drückten ihrem Gesprächspartner Erdogan ihre Sorge um die Christen in der Türkei aus. Auch eine Bundeskanzlerin, die selber in einem christlichen Haushalt aufwuchs, unterstützt durch ihr Stillhalten Ankaras Politik der Muslimisierung. Kein Wort über vertriebene Christen, über zerstörte Kirchen oder Unterdrückung christlicher Gottesdienste. Die Union aus CDU und CSU verramscht schon länger das „C“ in ihrem Akronym. Angela Merkel beschloss 2015 sogar die Geiselnahme Europas durch Erdogan. Sind das die untrüglichen Kennzeichen des Selbstmordes Europas, wie er von Douglas Murray konstatiert worden ist?

Zeigen wir Standfestigkeit. Zur anstehenden Pfingstzeit sollte ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt werden: „Furchtlos und wortgewandt“, trat laut Lukas-Evangelium die erste christliche Gemeinde erstmals öffentlich auf und zwar „im Strahle des Heiligen Geistes“.  Schützt die Christenheit!

Herzliche Grüße,

Ihr

Dr. Hugh Bronson

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Angaben zum Bild (©gemeinfrei):

„Auferstehung Christi“, von Mathias „Gothart“ Grünwald (* (?) / +1528), Öl auf Holz, Ausschnitt, obeer Teil.

Erstellt zwischen 1512-1516: Teil des Isenheimer Altars; ehemals Hauptaltar des Antoniterklosters in Isenheim (Elsaß). zweite Schauseite, rechter Flügel. Epoche: Oberrheinische Renaissance.

Standort heute: Musée d’Unterlinden, Colmar (F) , Elsaß.