Gedanken zum 18. März 1848, von Dr. Hugh Bronson | Berlin, 18. März 2021

Der 18. März sollte endlich ein Feiertag in Deutschland sein. Mindestens in Berlin:

Seit Frühjahr 1848 missbilligten die Berliner die politischen Zustände immer stärker, der öffentliche Druck entlud sich am 18. März in blutigem Kampf. Bürger forderten ein Parlament und Verfassung nach Vorbild Frankreichs und Englands. Dazu Einführung von Presse- und Versammlungsfreiheit, Erwerb von Bildung, Rechte für Frauen. Der Adel regierte seit dem Wiener Kongreß autoritär von oben. Das Prekariat lebte in demselben, weit unten. Das Bürgertum, die Mitte, war noch jung. Doch das Legat Napoleons, die Bürgerrechte, wehte noch durch Berlin. Der Begriff Gesellschaft wurde damals geboren.

Von Revolution will Preußens König Friedrich Wilhelm IV. wenig wissen: Er schaltet auf stur, ignoriert das Bürgerbegehren und setzt seine Soldaten in Marsch! Drangsaliert durch militärische Gewalt bietet die Bevölkerung dem Monarch in Berlin die Stirn. Barrikaden brennen! Der König sieht sich genötigt, an jenem 18. März 1848 eine Proklamation zu veröffentlichen. So versammeln sich tausende Berliner am Schlossplatz in Mitte. Als während der Rede Schüsse fallen, eskaliert die Situation. Als Tage später der Trauerzug am Schloss vorbei zieht, skandiert die Menge „Hut ab!“ Nun hebt der König den Hut und erweist den Toten ihre letzte Ehre. Viele Adlige deuten dies als Kapitulation.

Was vom Tage blieb: Der 18. März 1848 markiert die deutsche Revolution von 1848, die bis Oktober 1849 andauerte. Ihre Schatten warf der Bürgeraufstand zuvor durch Autoren des Vormärz voraus: Literaten wie Heinrich Heine, Ludwig Börne oder Bettina von Arnim prägen das bürgerliche Selbstbewusstsein. Im verkrusteten Zustand im Deutschen Bund, ideenlos und herrisch, forderten sie Veränderung: Gleichheit vor dem Gesetz. Demokratie, Verfassung. Trennung von Kirche und Staat! Diese Freiheitsrechte wurden damals errungen. Diese Freiheit muss stets verteidigt werden: Demokratie ist kein Naturgesetz, sie wird nicht geschenkt, sondern von uns gestaltet! Eine Lebensaufgabe!

Resümée Die Märzrevolution 1848 blieb bis zum 9. November 1989 einzige deutsche Revolution. Sie schuf das bürgerliche Bewusstsein, das heute zu verschwinden droht. Diese Errungenschaften der ersten Bürgerrevolte müssen stets neu gegen Willkür verteidigt werden. Den Märzgefallenen zollen wir Respekt, indem wir ihre tradierten Werte schützen. Mächtige in Berlin leiden auffällig oft an einer Art „Autismus“, der dem Absolutismus ähnelt. Auch die Kanzlerin scheint heute in ihrem Amtssitz eingemauert, entrückt von der Realität, fern ihres Volks. Die Pandemie-Dekrete werden als Feigenblatt zum Ausschalten von Grundrechten und Grundgesetz missbraucht. Ein weiterer Grund, an diesen denkwürdigen und für unsere Freiheit wichtigen 18. März zu erinnern. Denn unsere Demokratie wird immer wieder attackiert. Bleiben wir tapfer und schützen sie.

Wahren Sie ihre Rechte!

Mit Gruß zum 18. März:

Ihr Dr. Hugh Bronson